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Oracle Standard Edition ist tot! Es lebe SE2?

Lange hat Oracle nun schon die Kunden mit der Standard Edition auf das aktuelle Patchlevel 12.1.0.2 (das in der Enterprise Edition seit bald einem Jahr verfügbar ist) warten lassen. Nun wird der Grund für das Warten etwas klarer: Die am am 3. Juli 2015 veröffentlichte MOS Note 2027072.1 (die eine kleine Schockwelle in der Oracle-Community auf Twitter auslöste) erklärt:

Es wird ab Patchlevel 12.1.0.2 keine Standard Edition in der gewohnten Form mehr geben. SE und SE1 werden künftig durch die neue „SE2“ ersetzt, die auf zwei Sockets (SE: bisher vier Sockets) begrenzt ist.

Das ist lizenztechnisch für viele Anwender kritisch, sind doch bislang viele Installationen der günstigen Standard Edition auf Servern mit vier Sockets aufgesetzt. Insbesondere für RAC-Installationen wird dies ein kritisches Thema werden – schließlich werden für die Lizenzierung in einem RAC bislang die Sockets aller Cluster-Knoten zusammengerechnet.

Oracle hat angedeutet, in der kommenden Woche dazu nähere Details zu liefern. Es scheint sich abzuzeichnen, dass ein RAC mit 2×2 Sockets möglich sein wird.

Was Oracles Motivation dahinter ist, lässt sich nur raten. Es liegt aber auf der Hand, dass  bei steigender Leistungsfähigkeit der Prozessoren (z.B. 16 Cores in aktuellen Intel-CPUs) die Motivation für den Einsatz der deutlich teureren und nach Cores lizenzierten Enterprise Edition immer niedriger wird. Man darf also gespannt sein, wie Oracle die SE2 künftig bepreisen wird.

Das Lieferdatum für die SE2 12.1.0.2 ist für das 3. Quartal 2015 angegeben. Da die Versorgung mit Patches für die Version 12.1.0.1 planmäßig am 21. Juli 2015 auslaufen würde, hat Oracle nun mit o.g. Note angekündigt, diese Version weiterhin und bis 6 Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 zu unterstützen.

Die einzig gute Nachricht dabei: Die Standard Edition wird es weiterhin geben, wenn auch in veränderter Form.

UPDATE: Oracle hat die o.g. Note wieder entfernt; was bleibt, ist die Aussage, dass noch supportete Versionen weiterhin bis sechs Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 unterstützt bleiben.

 

Daten blitzschnell nach CSV entladen mit dem Pro*C-unloader

Heute möchte ich auf ein altes, aber bewährtes Tool von Tom Kyte verweisen, das nach meiner Erfahrung weitgehend unbekannt oder unterbewertet ist, das aber extrem hilfreich ist, wenn man Daten aus Oracle mit bestmöglichem Durchsatz entladen will: Auftritt „unloader“!

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Zugriff auf „My Oracle Support“ für < 3 €?!

Eines gleich vorab: Die Ehre für diesen Tip gebührt Jeremiah Wilton, der in seinem Firmen-Blog beschreibt, wie man (z.B. als Einsteiger oder Freelancer) günstig und ganz offiziell einen Zugang zu „My Oracle Support“ (MOS) erhält.

Für die User im deutschen Sprachraum geht das so:

  1. Den Browser auf http://shop.oracle.com/ hetzen.
  2. In das Suchfeld auf der linken Seite folgendes Produkt eingeben oder diesen Link anklicken: „Oracle Management Pack Plus for Identity Management„.
  3. Im Feld „Metrik“ den Wert „Nicht-Mitarbeiterbenutzer – Externer“ auswählen. Die Kosten Stand heute belaufen sich nun auf € 1,58 für das Produkt und € 0,35 für den Support zzgl. USt.
  4. „In den Einkaufskorb“ und „Zur Kasse gehen“. Zahlung geht nur per Kreditkarte.
  5. Etwa 24 h nach der Bestellung kann der in der Bestellbestätigung angegebene CSI zum Registrieren bei My Oracle Support verwendet werden.

Natürlich berechtigt die so erworbene Lizenz nicht zum Erstellen von SRs (früher: TAR) für andere Produkte, also z.B. die Datenbank oder zur produktiven Verwendung von Patch Sets für andere Produkte. Aber man kann sich eben – gerade als freier Entwickler, Berater oder DBA ohne Zugang über einen Firmenaccount – mit Informationen über Bugs, Features, HowTos u.v.m. versorgen; und endlich die vielen Links in meinem Blog zu MOS lesen. :-)

Edit vom 7.3.2011: Oracle hat reagiert und dieses sowie einige andere Produkte in diesem Preissegment aus dem Shop entfernt (oder verteuert). Es verbleibt die Möglichkeit, im Shop den Preisrahmen einzugrenzen und dann ein passendes Produkt zu lizensieren (z.B. den Oracle Access Manager)

Fundstück: Oracle 10.2 auf dem Commodore 64

Eigentlich will ich hier ja ausschließlich Artikel mit Praxisnutzen veröffentlichen und Scherz-, Boulevard- und Wirtschaftsmeldungen außen vor lassen. Andererseits… vielleicht verhilft diese Meldung alter Hardware nochmal zu einem Revival — in Zeiten von „Green IT“ durchaus wünschenswert:

Auszug aus dem Dokument „Oracle Database 10.2 End of Premier Support – Frequently Asked Questions (Doc ID 1130327.1)“ von Oracle Support:

8. Will I get more time to install 10.2.0.5 if it is released on my platform close to April 30, 2011?

Yes. We will always support the previous patch set for at least 3 months, even if it is released after the one year to install the new patch set is up.  For example, patching for 10.2.0.4 generally expires on April 30, 2011.  If you are running 10.2.0.4 on the Commodore 64 platform and Oracle releases it after April 30, 2011, we will still patch 10.2.0.4 for you for 3 months following the 10.2.0.5 release on your platform.

Also dann: Holt den C64 vom Dachboden, da geht noch was! :-)

Vielleicht können wir in der Diskussion zu diesem Artikel noch klären,

  • wie man den C64 ans Internet bekommt, um das Oracle-Patch 10.2.0.5 herunterzuladen
  • wie man ein DVD-Laufwerk anschließt, um die Software von dort einzuspielen
  • wie man den C64 auf 512 MB RAM aufrüsten kann
  • wie man den SYSTEM-Tablespace auf einer 1541-Floppy unterbringt
  • und was sonst noch so an kleinen Problemchen auftauchen könnte…

Weblinks