Archiv des Autors: Uwe M. Küchler

Windows Large Pages

Vor einiger Zeit hatte ich hier über Linux HugePages geschrieben. Die sind ja mittlerweile kein Geheimtipp mehr, und ab Oracle 12.2 lässt sich mit dem DBCA sogar eine Datenbank bei einem RAM > 4GB nur noch mit HugePages anlegen (oder es erscheint die Fehlermeldung „[DBT-11211]“).

Etwas anders scheint es nach meinem Eindruck um die Windows Large Pages bestellt zu sein. Da Oracle jedoch ab 4 GB SGA empfiehlt, auch unter Windows die größeren Speicherseiten zu nutzen, möchte ich hier eine kurze Einführung dazu schreiben.

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Lock-Diagnose im RAC

In meinem Artikel „Diagnose von Locks in Oracle-Datenbanken“ von 2009 hatte ich bereits auf das bei der Oracle-Software mitgelieferte Script „utllockt.sql“ hingewiesen. Dieses Script berücksichtigt jedoch nur Locks auf einer DB-Instanz. Im Cluster-Betrieb kann jedoch eine Verkettung von Locks über mehrere Instanzen hinweg entstehen.

In diesem, kurzen Beitrag möchte ich einen Weg vorstellen, die Funktionalität von „utllockt.sql“ mit reinem SQL und RAC-fähig zu bauen.

Locked?

Bild: Mike Gabelmann / flickr / CC-BY-NC-SA

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Adaptiver Optimizer in Oracle 12.1 und 12.2

Diese Woche ist eine aktualisierte Version des Whitepapers „Optimizer with Oracle Database 12c“ bei Oracle erschienen. Aus diesem Anlass möchte ich kurz über die wichtigste – und zugleich problematischste – Neuerung im 12c-Optimizer schreiben: Die adaptiven Features.

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RDA Schnellstart

Der „Remote Diagnostic Agent“ (RDA) ist ein Werkzeug von Oracle Support, mit dem umfangreiche Informationen über die Installation und über den Zustand verschiedenster Produkte des Oracle-Stacks gesammelt werden können. Die Ergebnisse werden als HTML-Dokumentation ausgegeben.

Persönlich nutze ich den RDA gerne, um eine Dokumentation einer mir neuen Datenbank-Umgebung zu generieren. Das ermöglicht einen schnellen Überblick über die Server- und DB-Konfiguration, in letzter Zeit aufgetretene Fehler, Performance-Informationen u.v.m.

Martin Bach hat auf seinem Blog nun auf eine Methode hingewiesen, mit der man sich den mittlerweile sehr langen Fragebogen zu Beginn der Ausführung des RDA sparen kann: Profiles. In dem Beitrag fehlt allerdings noch das Beispiel, wie ein Profile ausgeführt wird (auch wenn man es erraten kann). Daher erwähne ich hier mal meine beiden Favoriten für die DB-Analyse:

./rda.pl -p DB_Assessment
und
./rda.pl -p DB12c

Übrigens: Wenn man den RDA unter „$ORACLE_HOME/rda“ installiert, dann wird er automatisch ausgeführt, wenn Incident Packages mit adrci erstellt werden. Das hilft dem Support sehr und kann zeitraubende Rückfragen in Service Requests einsparen.

OPatch 12c: wo ist emocmrsp geblieben?

tl;dr: Die Option „-ocmrf“ ist nicht mehr nötig und wird auch nicht mehr unterstützt.

Vergangene Woche hatte ich – wenige Stunden nach dem Erscheinen bei MOS – das DB + GI PSU 12.1.0.2.160719 eingespielt.
Das ganze wäre mit „opatchauto“ und unter OL 6.7 eigentlich völlig Problemlos gelaufen, ABER: Ich brauchte noch ein OCM Response File, da auf dem System noch keines existierte.

Dabei musste ich feststellen, dass im aktuellen OPatch-Tool (12.2.0.1.5) das notwendige Executable „emocmrsp“ unter „./ocm/bin“ fehlt!

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SQL Developer: Lästiges Repaint abschalten

Sicher hat der eine oder andere sich schon über das in irgendeinem Patchlevel des SQL Developer 4 eingeführte „Feature“ geärgert, das den Bildschirm dimmt, während ein Task läuft.

Abgesehen davon, dass es irritierend ist, wenn sich der Bildschirm manchmal nur für Sekundenbruchteile grau einfärbt, ist es über langsame RDP-Verbindungen auch noch ein ziemlicher Bremsklotz. Schließlich müssen diese Änderungen im Bild zum Client übertragen werden, und das kostet Bandbreite und damit Zeit.

Abschalten geht mit

AddVMOption -DideUIBlockerShowBusy=false

In der sqldeveloper.conf. Diese Datei steht im Programmverzeichnis unter „sqldeveloper/bin“.

Wenn man die in einer Multi-User-Umgebung nicht editieren darf, geht auch noch die Anpassung der persönlichen Konfiguration; unter Windows liegt die i.d.R. unter: „C:\Users\<username>\AppData\Roaming\sqldeveloper\<version>\product.conf“.

Oracle Standard Edition ist tot! Es lebe SE2?

Lange hat Oracle nun schon die Kunden mit der Standard Edition auf das aktuelle Patchlevel 12.1.0.2 (das in der Enterprise Edition seit bald einem Jahr verfügbar ist) warten lassen. Nun wird der Grund für das Warten etwas klarer: Die am am 3. Juli 2015 veröffentlichte MOS Note 2027072.1 (die eine kleine Schockwelle in der Oracle-Community auf Twitter auslöste) erklärt:

Es wird ab Patchlevel 12.1.0.2 keine Standard Edition in der gewohnten Form mehr geben. SE und SE1 werden künftig durch die neue „SE2“ ersetzt, die auf zwei Sockets (SE: bisher vier Sockets) begrenzt ist.

Das ist lizenztechnisch für viele Anwender kritisch, sind doch bislang viele Installationen der günstigen Standard Edition auf Servern mit vier Sockets aufgesetzt. Insbesondere für RAC-Installationen wird dies ein kritisches Thema werden – schließlich werden für die Lizenzierung in einem RAC bislang die Sockets aller Cluster-Knoten zusammengerechnet.

Oracle hat angedeutet, in der kommenden Woche dazu nähere Details zu liefern. Es scheint sich abzuzeichnen, dass ein RAC mit 2×2 Sockets möglich sein wird.

Was Oracles Motivation dahinter ist, lässt sich nur raten. Es liegt aber auf der Hand, dass  bei steigender Leistungsfähigkeit der Prozessoren (z.B. 16 Cores in aktuellen Intel-CPUs) die Motivation für den Einsatz der deutlich teureren und nach Cores lizenzierten Enterprise Edition immer niedriger wird. Man darf also gespannt sein, wie Oracle die SE2 künftig bepreisen wird.

Das Lieferdatum für die SE2 12.1.0.2 ist für das 3. Quartal 2015 angegeben. Da die Versorgung mit Patches für die Version 12.1.0.1 planmäßig am 21. Juli 2015 auslaufen würde, hat Oracle nun mit o.g. Note angekündigt, diese Version weiterhin und bis 6 Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 zu unterstützen.

Die einzig gute Nachricht dabei: Die Standard Edition wird es weiterhin geben, wenn auch in veränderter Form.

UPDATE: Oracle hat die o.g. Note wieder entfernt; was bleibt, ist die Aussage, dass noch supportete Versionen weiterhin bis sechs Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 unterstützt bleiben.