OPatch 12c: wo ist emocmrsp geblieben?

tl;dr: Die Option „-ocmrf“ ist nicht mehr nötig und wird auch nicht mehr unterstützt.

Vergangene Woche hatte ich – wenige Stunden nach dem Erscheinen bei MOS – das DB + GI PSU 12.1.0.2.160719 eingespielt.
Das ganze wäre mit „opatchauto“ und unter OL 6.7 eigentlich völlig Problemlos gelaufen, ABER: Ich brauchte noch ein OCM Response File, da auf dem System noch keines existierte.

Dabei musste ich feststellen, dass im aktuellen OPatch-Tool (12.2.0.1.5) das notwendige Executable „emocmrsp“ unter „./ocm/bin“ fehlt!

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SQL Developer: Lästiges Repaint abschalten

Sicher hat der eine oder andere sich schon über das in irgendeinem Patchlevel des SQL Developer 4 eingeführte „Feature“ geärgert, das den Bildschirm dimmt, während ein Task läuft.

Abgesehen davon, dass es irritierend ist, wenn sich der Bildschirm manchmal nur für Sekundenbruchteile grau einfärbt, ist es über langsame RDP-Verbindungen auch noch ein ziemlicher Bremsklotz. Schließlich müssen diese Änderungen im Bild zum Client übertragen werden, und das kostet Bandbreite und damit Zeit.

Abschalten geht mit

AddVMOption -DideUIBlockerShowBusy=false

In der sqldeveloper.conf. Diese Datei steht im Programmverzeichnis unter „sqldeveloper/bin“.

Wenn man die in einer Multi-User-Umgebung nicht editieren darf, geht auch noch die Anpassung der persönlichen Konfiguration; unter Windows liegt die i.d.R. unter: „C:\Users\<username>\AppData\Roaming\sqldeveloper\<version>\product.conf“.

Oracle Standard Edition ist tot! Es lebe SE2?

Lange hat Oracle nun schon die Kunden mit der Standard Edition auf das aktuelle Patchlevel 12.1.0.2 (das in der Enterprise Edition seit bald einem Jahr verfügbar ist) warten lassen. Nun wird der Grund für das Warten etwas klarer: Die am am 3. Juli 2015 veröffentlichte MOS Note 2027072.1 (die eine kleine Schockwelle in der Oracle-Community auf Twitter auslöste) erklärt:

Es wird ab Patchlevel 12.1.0.2 keine Standard Edition in der gewohnten Form mehr geben. SE und SE1 werden künftig durch die neue „SE2“ ersetzt, die auf zwei Sockets (SE: bisher vier Sockets) begrenzt ist.

Das ist lizenztechnisch für viele Anwender kritisch, sind doch bislang viele Installationen der günstigen Standard Edition auf Servern mit vier Sockets aufgesetzt. Insbesondere für RAC-Installationen wird dies ein kritisches Thema werden – schließlich werden für die Lizenzierung in einem RAC bislang die Sockets aller Cluster-Knoten zusammengerechnet.

Oracle hat angedeutet, in der kommenden Woche dazu nähere Details zu liefern. Es scheint sich abzuzeichnen, dass ein RAC mit 2×2 Sockets möglich sein wird.

Was Oracles Motivation dahinter ist, lässt sich nur raten. Es liegt aber auf der Hand, dass  bei steigender Leistungsfähigkeit der Prozessoren (z.B. 16 Cores in aktuellen Intel-CPUs) die Motivation für den Einsatz der deutlich teureren und nach Cores lizenzierten Enterprise Edition immer niedriger wird. Man darf also gespannt sein, wie Oracle die SE2 künftig bepreisen wird.

Das Lieferdatum für die SE2 12.1.0.2 ist für das 3. Quartal 2015 angegeben. Da die Versorgung mit Patches für die Version 12.1.0.1 planmäßig am 21. Juli 2015 auslaufen würde, hat Oracle nun mit o.g. Note angekündigt, diese Version weiterhin und bis 6 Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 zu unterstützen.

Die einzig gute Nachricht dabei: Die Standard Edition wird es weiterhin geben, wenn auch in veränderter Form.

UPDATE: Oracle hat die o.g. Note wieder entfernt; was bleibt, ist die Aussage, dass noch supportete Versionen weiterhin bis sechs Monate nach Erscheinen der Version 12.1.0.2 unterstützt bleiben.

 

Schaltsekunde, Linux und Oracle

In wenigen Tagen ist es schon wieder soweit:
Am 1.7.2015 wird der Sekundenzeiger um 01:59:59 Uhr eine Sekunde länger stehenbleiben.

Auf Servern wird das u.U. anders gehandhabt: Hier kann es passieren, dass die UTC-Uhr 23:59:60 anzeigt. Wird so ein Datum in ein DATE-Feld eingefügt, führt das unter Oracle zu einem ORA-01852.
Schlimmer kann es noch bei älteren Linux-Versionen kommen, da kann das System schlicht stehen bleiben oder exzessiv CPU verbrauchen.

Maris Elsins von Pythian hat zwei ausführliche, englische Artikel zum Thema verfasst (1.: Welche Probleme entstehen können, 2.: Umgang mit diesen Problemen unter Linux). Daher liefere ich hier übersetzt nur

Die allerwichtigsten Maßnahmen für Linux in Kürze:

  • ntpd sollte mit der Option „-x“ laufen. Dadurch werden Zeitdifferenzen über einen längeren Zeitraum gestreckt („die Sekunden werden länger“), eine Schaltsekunde wird nicht benötigt.
    Alleine mit dieser Konfiguration können fast alle anderen Probleme umgangen werden.
  • file /etc/localtime“ sollte „no leap seconds“ zurückgeben. Sprich: das Betriebssystem ist nicht für das Einfügen einer Schaltsekunde konfiguriert.
  • Laut Oracle sind Kernel-Versionen von 2.4 bis 2.6.39 von Hängern betroffen. Ab Version 2.6.39-200.29.3 sind die bislang bekannten Bugs gefixt.

Weblinks

Linux Huge Pages: Schnellstart

If you’re not using HugePages, you’re doing it wrong!  (Mark J. Bobak)

Sie haben eine SGA von mehreren GB Größe, dazu mehrere Hundert Sessions auf der Datenbank? Ihr DB-Server läuft unter Linux, aber ohne Einsatz von HugePages? Dann verschenken Sie RAM und CPU-Leistung, und zwar nicht zu knapp!

Über Linux HugePages wurde schon viel geschrieben (s. Literaturliste unten), jedoch hauptsächlich auf Englisch und meist sehr ausgedehnt. Dieser Artikel soll die wichtigsten Fakten und Maßnahmen in Kürze aufzeigen.

Szenario

Ein Praxisbeispiel vorweg: Eine Data Warehouse-DB mit 20 GB SGA und etwa 300 Sessions läuft auf einem Server mit 32 GB RAM. Gelegentlich gerät der Server unter höhere Last und fängt daraufhin an, massiv zu swappen; die Performance geht in die Knie. Was ist passiert?

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DBMS_SCHEDULER und die Zeitumstellung

Alle (halbe) Jahre wieder kommt die Umstellung zwischen Winterzeit und Sommerzeit. Daher stelle ich hier einen Erfahrungsbericht eines konkreten Troubleshooting-Falles ein, weil sich dabei ein paar Details zum Verhalten des Datenbank-Schedulers rund um die Zeitumstellung lernen lassen.

Anlass war ein Problem eines Kunden, bei dem nach Umstellung auf die Sommerzeit ein Job plötzlich nicht mehr zum richtigen Zeitpunkt ausgeführt wurde. Weiterlesen

Blog-Rückblick 2014

Vielen Dank an die 29.000 Besucher, die in diesem Jahr das Durchbrechen der 100.000 Seitenaufrufe seit Start dieses Blogs ermöglicht haben! Bei einem Kommunikationskanal, bei dem die Leserschaft mir weitgehend verborgen bleibt, ist so eine Statistik ein großer Ansporn, in 2015 noch mehr zu bloggen. Dies ist verbunden mit dem Wunsch, mehr Feedback zu bekommen:

Liebe Leser, scheut Euch nicht, von der Kommentarfunktion Gebrauch zu machen oder auch einfach nur die Bewertungsfunktion unter den Artikeln zu nutzen. Eure Rückmeldungen, Korrekturen oder Anregungen sind mir wichtig!

Unten ist der Bericht zum Oraculix-Jahr 2014 in Zahlen verlinkt. Dem will ich noch ein paar wichtige Ereignisse aus meiner SIcht hinzufügen:

  • Neues Design zum Jahreswechsel: Das WordPress-Theme „Andreas09“ war etwas in die Jahre gekommen. Auch fand ich das dreispaltige Layout mit den vielen Widgets zu unruhig und unübersichtlich.
    Nun ist „Twenty Twelve“ mit zwei Spalten angesagt, das nicht nur aufgeräumter wirkt sondern vor allem auch auf mobilen Geräten gut aussieht (Stichwort: „Responsive“).
  • Auflockerung durch Bilder: Die Themen dieses Blogs sind technisch und daher nüchtern. Eine Auswahl von Panoramen, die ich auf meinen Reisen fotografiert habe, soll dann wenigstens die Titelleiste und damit den Einstieg in die Artikel verschönern.
  • Werktags werden mittlerweile 100 bis 150 Artikel auf meinem Blog gelesen. Für so ein Nischenthema, dazu nur für den deutschsprachigen Raum, macht mich das schon ein kleines Bisschen stolz. ;-)

Für 2015 liegen schon zwei Artikelserien in der Pipeline, von denen eine gleich im Januar starten wird. Bis bald also!

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.